Neue Förderung der Jungzebras

THW Nachwuchskoordinator „Pitti“ Petersen – „Wir arbeiten ab der nächsten Saison 2-3 x pro Woche in der Kernschulzeit mit unseren Talenten an der IGF.“

Der THW-Nachwuchs kooperiert zukünftig mit der Gemeinschaftsschule Friedrichsort

Von Tamo Schwarz

Kiel. Der THW Kiel stellt die Weichen für die Ausbildung seiner Talente. Der „Mutterverein“ des deutschen Rekordmeisters und die Gemeinschaftsschule (mit Oberstufe) Friedrichsort kooperieren künftig bei der dualen Ausbildung aus Schule und Leistungssport. „Ein hervorragender Tag für den Nachwuchs“, sagte Olaf Berner, THW-Vorsitzender und Geschäftsführer der THW Kiel Nachwuchs-Leistungshandball GmbH, am Rande der Vertragsunterzeichnung im Kieler Bildungsministerium. Die Kooperation soll zunächst für die kommenden fünf Jahre gelten.

Berner weiß, dass der THW durch die noch bessere Verzahnung von Schulbank und Trainingshalle nicht nur den Anforderungen des Jugendzertifikats der Handball-Bundesliga „noch besser gerecht“ wird. Der Schulterschluss mit der Friedrichsorter „Partnerschule des Leistungssports“, die längst gute Erfahrungen mit den Segeltalenten des Sportinternats am Olympiastützpunkt in Schilksee gemacht hat, ist wegweisend für das geplante Trainings- und Leistungszentrum der Zebras in Altenholz. „Im letzten Quartal dieses Jahres wollen wir in Altenholz eröffnen“, sagte Berner. Geplant seien sechs Doppelzimmer, so dass künftig bis zu zwölf Nachwuchs-Handballer „betreut“ in Altenholz wohnen können.

Schulleiter Manfred Behrens: „Wir sind stolz auf die Kooperation mit dem THW Kiel. Sie ist ein weiterer Meilenstein für unsere Schule als Schule mit sportlichem Schwerpunkt. Wenn Schülerinnen und Schüler über den Sport den Leistungsgedanken verinnerlichen, hat dies in der Regel sehr positive Auswirkungen auf ihre Persönlichkeitsentwicklung und auf ihre schulischen Zielsetzungen.“ Christian Sprenger, THW-Co-Trainer und ab dem Sommer auch -Jugendkoordinator, hatte zur Vertragsunterzeichnung den 17-jährigen THW-A-Jugendlichen Moritz Schaefer mitgebracht. Als „Strander Jung“ wäre der Oberprimaner zwar kein Kandidat für das Altenholzer „Boarding House“ gewesen, weiß aber um die Vorteile der Kooperation: die Anpassung von Trainings- und Stundenplänen, die Unterrichtsbefreiung für den Spielbetrieb, die Möglichkeit, Klausuren an eigens geschaffenen Terminen nachzuschreiben und Unterricht zeitnah nachzuarbeiten. „Ich trainiere beispielsweise schon jetzt dienstags und bin von der letzten Stunde befreit. Das neue Trainingszentrum wird zudem sehr gut per Bus oder Fahrrad erreichbar sein.“

Innenstaatssekretärin Kristina Herbst: „Es werden auch besonders Talentierte, die in anderen Sportarten als den schleswig-holsteinischen Schwerpunktsportarten Rudern, Segeln, Beachvolleyball und Handball zuhause sind, unterstützt werden.“ Und Heinz Jacobsen, Vizepräsident des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, erinnerte daran, am besten gleich noch einen Schritt weiter zu denken: „Schleswig-Holstein ist das einzige Land in Deutschland ohne Eliteschule des Sports. Wir sind weiter daran interessiert, dass sich das ändert.“ Wenn die „Eliteschule des Sports“ gelingen solle, ergänzte Thomas Behr, LSV-Geschäftsführer Leistungssport, „ist die Konzentration aller Sportler an einem Ort notwendig“. Genau da birgt das dezentrale System des Olympiastützpunktes Hamburg/Schleswig-Holstein so manche Hürde in sich. Die Segler trainieren in Kiel, Beachvolleyballer mittlerweile fast ausschließlich in Hamburg, Ruderer in Ratzeburg.