News: Die Gnade der frühen Geburt

Je später im Jahr ein Talent geboren ist, umso geringer ist die Chance auf eine sportliche Karriere. Daran ist der Relative Alterseffekt schuld. Trotz aller Sichtungsbemühungen setzen sich statistisch relevant die körperlich Starken durch.
Der kleine Paul wird es schwer haben auf dem Weg zum Bundesligaprofi. Er ist Mitte Dezember geboren. Das ist keine gute Ausgangslage, wie Karsten Görsdorf vom Institut für Spielanalyse in Potsdam mit einigen eindrücklichen Statistiken beweist. „Die Chance ist weniger als ein Drittel von der eines Januarkindes“, sagt er. In Teams der ersten und zweiten Bundesliga finden Geburtstagsfeiern von in Deutschland ausgebildeten Kickern höchst selten im November oder Dezember statt, drei Viertel möglicher Feste im Mannschaftskreis steigen in der ersten Hälfte des Kalenderjahrs.
Im Januar sind 140 Spieler geboren, die Zahl nimmt sukzessive bis in den Dezember mit nur 46 Geburtstagskindern ab. Bei den Nationalmannschaften, die im Sommer in Russland um die Weltmeisterschaft spielten, ist es ähnlich. Dieses Bild zeigt sich konstant beim Blick auf ale Weltmeisterschaften seit 1998. Und selbst in den Nachwuchsleistunsgzentren sind Kinder aus dem ersten Quartal erstaunlich oft vertreten. Gut 75 Prozent der Talente eines jeden Jahrgangs sind im ersten Halbjahr geboren. „Relativer Alterseffekt“ nennt die Forschung das Phänomen. Weiterlesen