THW II hat an der Abwehr gefeilt

Neu im Zebra-Dress: Spielmacher Bo Nielsen wechselte von der SG Flensburg-Handewitt II zum THW Kiel II in die Handball-Oberliga.   Foto © RR

Handball-Oberliga: Zum Saisonauftakt ein Derby bei Wift – Holstein-Krabben haben offensiv viel Luft nach oben

KIEL. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, heißt es. In der Handball-Oberliga hoffen ehrgeizige Teams wie die Männer des THW II oder die Frauen der HSG Holstein/Kronshagen, dass sich ihr verzögerter Saisonstart sportlich nicht gleich rächt, sondern sie erfolgreich quereinsteigen.
Von Jan-Phillip Wottge und Roger Kerber

THW Kiel II
Jung und dynamisch sucht eine spannende Herausforderung: Der THW II startet am Sonnabend um 17 Uhr mit dem Derby bei der SG Wift Neumünster in die Oberliga-Saison. Die Jungzebras wagten im Sommer einen personellen Umbruch, trotzdem peilt Coach Christian Sprenger einen Platz in der Spitzengruppe an.

Eine konkrete Platzierung gibt der 35-Jährige vorerst nicht vor: „Man will immer das bestmögliche Ergebnis erreichen.“ Die Favoritenrollen schiebt der ehemalige Bundesliga-Rechtsaußen dem Drittligaabsteiger HG Hamburg-Barmbek, dem TSV Hürup und Auftaktgegner SG Wift zu. Eine intensive achtwöchige Vorbereitung samt Trainingslager im dänischen Tondern liegt hinter den Kielern. Das Augenmerk wurde auf die Abwehrarbeit gelenkt. Mit Niklas Kadenbach (Wift), Julius Noack, Simon Seebeck (beide TSV Altenholz) und Keeper Tim Wendt (DHK Flensborg) verließ das Gerüst der bärenstarken Defensive den THW.

„Diese Abgänge müssen wir erst mal kompensieren. Wir haben intensiv an der Abwehrformation gefeilt“, verrät Sprenger, der eine aggressivere Deckung spielen lassen will: „In Summe sind wir jeweils fünf Zentimeter zu klein, um nur auf eine starke Abwehr zu setzen. Wir müssen auch mehr Tore werfen.“

Im Angriff bieten sich den Jungzebras neue Optionen. Vom Drittligisten Flensburg-Handewitt II wechselte Spielmacher Bo Nielsen an die Kieler Förde. Der 19-Jährige absolviert beim Handballverband Schleswig-Holstein (HVSH) in Kiel ein freiwilliges soziales Jahr. „Ich hatte als Flensburger keine Anpassungsprobleme beim THW. Viele der Jungs kenne ich aus der Landesauswahl. Die Abläufe unterscheiden sich nicht gravierend. Mit Christian Sprenger haben wir einen Trainer, der genauso auf Handball brennt wie ich“, sagt Nielsen, der dem THW II viel zutraut: „Wir werden unser Niveau Woche für Woche bis zum Saisonende steigern. Natürlich wollen wir möglichst oben angreifen.“

Ihm zur Seite steht mit Bevan Calvert der Senior des Teams. Der 32-jährige australische Nationalspieler, der einst für den TSV Altenholz spielte, kommt von den Mecklenburger Stieren Schwerin zum THW. Er soll dem jungen Team mit seiner Routine Stabilität verleihen. „Er kann sehr wertvoll für uns in der Crunch-Time der Spiele werden“, hofft Sprenger. Der variabel einsetzbare Linkshänder sind seinen Auftrag als helfende Hand: „Die Bank ist mein Platz. Von da kann ich Tipps geben. Wenn ich auf der Platte gebraucht werde, bin ich da. Mit der Erfahrung kommt die Verantwortung.“

Am Sonnabend gegen die SG Wift muss das das Team um Kapitän Philipp Stiller noch auf Ference Büchler (Aufbautraining nach OP) verzichten. „Das wird eine Standortbestimmung. Nach dem Spiel sind wir schlauer. Wir freuen uns, dass es endlich losgeht“, fiebert Sprenger dem Start entgegen.

Er kann sehr wertvoll für uns in der Crunch-Time der Spiele werden. THW-II-Trainer Christian Sprenger über Neuzugang Bevan Calvert

THW Kiel II

Tor: Leon Kirschner, Jandre Spach; – Linksaußen: Leon Bruse, Jannes Brünger; – Rückraum links: Lennart Gerke, Philipp Stiller; – Rückraum mitte: Hannes Glindemann, Finn Jacob Hoffmann, Bo Nielsen; Rückraum rechts: Bevan Calvert, Jan-Ole Martin; – Rechtsaußen: Ference Büchler, Robert Lüdtke; – Kreis: Daniel Sharnikau, Fabian Thal.

Trainer: Christian Sprenger – Co-Trainer: Patrick Mielke – Torwarttrainer: Arne Johannsen – Betreuer: Fred Dibbern – Physiotherapeutin: Madeleine Jürgensen