U23- Der THW II spielt sich langsam ein

Kiel. Ungeachtet ihres vermeintlich kleinen Hallenvorteils könnten bereits am dritten Wochenende der neuen Handball-Saison für beide Kieler Oberliga-Teams richtungsweisende Vorentscheidungen fallen. Während hoch motivierte Männer des THW II den ersten prestigeträchtigen Derbysieg kürzlich in Neumünster heute gegen die HSG Weddingstedt/Henstedt/Delve zur Erfolgsserie ausbauen wollen, droht eher verunsichert wirkenden Frauen des Lokalrivalen HSG Holstein/Kronshagen sogar ein klassischer Fehlstart, wenn sie am Sonntag im Krisengipfel mit dem TSV Altenholz nun auch noch das traditionell reizvolle Nachbarschaftsduell verlieren.

THW Kiel II – HSG Weddingst./Henn./Delve (heute, 20.30 Uhr)

Das gute Gefühl ist schon da. Der THW II startete mit einem 32:28-Derbysieg bei der SG Wift Neumünster in die Saison. Die zwischenzeitliche Acht-Tore-Führung bröckelte erst in der Schlussphase. In Gefahr geriet der Sieg der Jungzebras keinesfalls. „Es war ein Produkt guter Arbeit“, lobte Trainer Christian Sprenger, der jedoch auch Ansatzpunkte zur Kritik fand: „Am Ende sind wir etwas leichtfertig im Abschluss.“ Es ist die Inkonstanz eines blutjungen Teams, die den THW II in der Oberliga ab und an begleiten wird. „Wir haben vor der Saison fast eine komplette Mannschaft verloren“, erinnert Sprenger an die Abgänge von Niklas Kadenbach, Julius Noack, Simon Seebeck und Tim Wendt. Doch die aggressive Abwehr und das flexible Tempospiel der Kieler beeindruckten. „Wir müssen uns Woche für Woche entwickeln und beweisen“, erklärt Sprenger. Die (fast) tägliche Trainingsarbeit ist die Basis. Umso mehr schmerzte es, dass unter der Woche die FSJ-ler Robert Lüdtke und Bo Nielsen in Malente weilten. Zudem hütete Fabian Thal mit Fieber das Bett. Kapitän Philipp Stiller plagen Schulterprobleme. „Die Trainingswoche verlief nicht optimal“, sagte Sprenger mit Blick auf den kommenden Gegner HSG We/He/De, der am vergangenen Wochenende überraschend den Topfavoriten TSV Hürup (25:24) schlug: „Das ist ein Achtungserfolg. Sie spielen sehr geduldig und körperbetont. Der Sieg war nicht unverdient“, warnt Sprenger vor den Westküstenhandballern. jpw